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Kulturbus: Kunstschätze im östlichen Niederbayern

Die VHS-Reihe "Kennen Sie Bayern?" begann 2006 mit dem Besuch künstlerisch herausragender Kirchen und Klöster. Wieder bringt uns der Kulturbus zu Deutschlands größter Ansammlung einmaliger Kunstschätze, die sich im Osten von Niederbayern befinden. Dazu zählen die ehemaligen Abteien Fürstenzell und St. Salvator. Ein weiterer künstlerischer Höhepunkt ist das Schloss Ortenburg.

Schloss Ortenburg
Die Reichsgrafschaft Ortenburg und ihr gleichnamiges Geschlecht hatten im Verlauf ihrer Geschichte für Bayern große Bedeutung. Rapoto I., erstmals als Graf von Ortenberg bezeichnet, erbaute zwischen 1120 und 1133 die Burg Ortenberg. Er ist somit der Namens- und Stammvater des Geschlechts der Grafen zu Ortenburg. Auf das Wappen seines Sohnes ist der blaue Panther im großen Bayerischen Staatswappen zurückzuführen, der die altbayerischen Regierungsbezirke Niederbayern und Oberbayern symbolisiert. Neben den Wittelsbachern waren die Grafen von Ortenberg (ab 1531 Ortenburg) eines der mächtigsten Geschlechter in Bayern. Durch ihre Reichsunmittelbarkeit waren sie den Wittelsbacher Landesherren nicht untertan, was zu laufenden Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen mit ihnen führte. Dieses Zerwürfnis erreichte seinen Höhepunkt, als die Ortenburger in ihrem Herrschaftsbereich die Reformation einführten. Damit waren sie mit den Reichsgrafen von Maxlrain/Miesbach in steter Opposition zu den katholischen Wittelsbachern. Wegen enormer Schulden musste 1805 die Reichsgrafschaft Ortenburg an die Wittelsbacher verkauft und getauscht werden. Ortenburg wurde nach 700 Jahren bayrisch.
Nach mehrfacher Zerstörung wurde zwischen 1562 und 1575 das Schloss wieder aufgebaut. Den Speisesaal ziert seit 1628 eine der prunkvollsten Renaissance-Holzdecken Deutschlands.

Ehemalige Prämonstratenserabtei St. Salvator
Das Jesus Christus als Salvator mundi (Heiland der Welt) geweihte Kloster wurde 1289 zuerst als Einsiedelei gegründet, ab 1309 war es eine Probstei der Prämonstratenser, die 1441 zur Abtei erhoben wurde. Das Stift Sankt Salvator verfügte gegen Ende des Mittelalters über einen beachtlichen Baubestand. Die Konflikte mit dem benachbarten protestantischen Ortenburgern führten sogar zu einer Messerstecherei zwischen dem Abt und dem Grafen. Ein Brand zerstörte im Dezember 1632 die Klosteranlage. Die Prämonstratenser gaben die Brandruine auf und errichteten nahe dem alten Standort zwischen 1632 und 1645, mitten im Dreißigjährigen Krieg, ein neues Kloster im Stil des späten Manierismus. Baumeister war der italienisch-graubündnerische Baumeister Bartolomeo Viscardi, Vater des berühmten Giovanni Antonio Viscardi. 1703 brannte die Abtei nochmals ab. Erst 1751 konnte die Kirche nun im Stil des Rokokos und Klassizismus fertiggestellt werden. Franz Anton Rauscher, ein Schüler von Egid Quirin Asam; malte das gesamte Deckengewölbe aus. 1802 finanzierten die Mönche noch eine neue Kanzel, die sie kaum benützen konnten, weil ein Jahr später im Rahmen der Säkularisation ihr Kloster aufgelöst wurde. Inmitten einer einsamen Gegend überrascht die ehemalige Klosterkirche heute noch durch hervorragende Ausmalung, Gemälde und Figuren. Der Name Salvator ist vor allem in der Fastenzeit buchstäblich in aller Munde, denn das Rezept des gleichnamigen Bockbiers der Münchener Paulaner Brauerei soll aus der Brauerei des Klosters St. Salvator stammen.

Ehemalige Zisterzienserabtei Fürstenfeld
Das Jahr 1274, in dem der Passauer Bischof die Errichtung einer Zisterzienserabtei gestattet hatte, gilt als das Gründungsjahr des Klosters Fürstenzell. 1334 wurde die gotische Klosterkirche geweiht. Das Vordringen der Reformation vom benachbarten Ortenburg aus brachte für Fürstenzell große Schwierigkeiten. Dazu brannte 1622 die Klosterkirche nieder und 1633/34 wütete die Pest. Eine glanzvolle Blütezeit begann im 18. Jahrhundert mit dem Neubau der Klosterkirche, als Hauptwerk des bayerischen Spätbarocks, die vom damals bedeutendsten Kirchenarchitekten Johann Michael Fischer errichtet wurde und 1748 eingeweiht. Die angesehensten Künstler wie Johann Baptist Straub und Joseph Matthias Götz wirkten bei der Ausstattung mit. Während seiner höchsten Blüte wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation 1803 aufgelöst, die Klosterkirche blieb als Pfarrkirche erhalten. Die Klostergebäude wechselten öfter die Eigentümer, der jetzige, eine Pharmafirma, verweigert leider den Besuch des herrlichen Festsaals und der prunkvollen Bibliothek.


Reiseverlauf
Der Kulturbus fährt uns zum Schloss Ortenburg hinauf, wo um 10:00 Uhr die 90-minütige Führung beginnt. Anschließend kann in der Schlosswirtschaft das Mittagessen eingenommen oder der nahe Wildpark besucht werden. Um 13:45 Uhr werden wir in der St. Salvator Kirche erwartet. Um 15:00 Uhr erklärt uns der Autor des Kunstführers die Besonderheiten der ehemaligen Klosterkirche von Fürstenzell. Auf der Heimfahrt machen wir im Rotttal eine Kaffeepause.

Bei allen Kirchenführungen muss mit einer Programmänderung gerechnet werden, wenn zum vereinbarten Führungstermin beispielsweise ein Trauergottesdienst Vorrang hat.


Alle Kurstermine:


Datum
26.09.2020
Uhrzeit
08:00 - 18:00 Uhr
Ort
Treffpunkt in Unterhaching am KUBIZ


Status: Plätze frei

Kursnr.: C13120

Beginn: Sa., 26.09.2020, 08:00 - 18:00 Uhr

Kursort: Treffpunkt in Unterhaching am KUBIZ

Gebühr: 75,00 € (inkl. MwSt.)

Zu diesem Kurs sind keine Orte verfügbar.

Datum
26.09.2020
Uhrzeit
08:00 - 18:00 Uhr
Ort
Treffpunkt in Unterhaching am KUBIZ




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